Welches disruptive Potential hat KI für die Immobilienwirtschaft?

Mythos KI: Muss die Immobilienwirtschaft mit einer Disruption durch Künstliche Intelligenz rechnen? Vielleicht haben Sie schon den Blog-Beitrag zu den Grundlagen der Künstlichen Intelligenz gelesen, kennen einige Anwendungsbereiche für KI in der Immobilienwirtschaft – und fragen sich jetzt:

Welches disruptive Potential hat Künstliche Intelligenz für die Immobilienwirtschaft?

Unsere Einschätzung dazu finden Sie in diesem Blog-Beitrag.

Inhalt

Welche Bereiche der Immobilienwirtschaft sind von KI betroffen?

Künstliche Intelligenz hat das Potential, die Immobilienwirtschaft spürbar zu verändern: sei es im Building Information Modeling, im Facility Management oder auch im Rahmen der automatisierten Immobilienbewertung.

Weitere Bereiche der Immobilienwirtschaft, die von einer Disruption durch KI betroffen sein könnten sind:

  • Datenmanagement
  • Standortanalyse
  • Mieterbewertung
  • Energieversorgung

 

Klassisches Dokumentenmanagment in der Immobilienwirtschaft kann von Disruption durch KI betroffen sein.

Prozessinnovation statt KI-Disruption in der Immobilienwirtschaft

Im Moment unterstützen KI-Technologien meist bestehende Geschäftsmodelle oder optimieren Geschäftsprozesse der Branche. Beispielsweise im Dokumentenmanagement: Künstliche Intelligenz klassifiziert Immobiliendokumente, benennt diese und extrahiert Daten aus den Dokumenten.

Dadurch verbringen Mitarbeiter weniger Zeit mit Routineaufgaben und können sich beispielsweise der Kundenberatung widmen.

Ein weiteres Beispiel ist das Facility Management, wo KI die vorausschauende Wartung erleichtern kann.

Der Schwerpunkt liegt also aktuell auf der Prozessinnovation und weniger auf disruptiven Innovationen oder gar neuen digitalen Geschäftsmodellen.

Warum steckt Künstliche Intelligenz in der Immobilienwirtschaft noch in den Kinderschuhen?

Die Gründe für den Status Quo sind: 

1. Hohe initiale Kosten

Für die Entwicklung spezifischer KI-Lösungen sind Immobilienunternehmen notwendig, die bereit sind, sich daran zu beteiligen. Dabei fallen zum Teil hohe Entwicklungskosten an, die sich nicht jedes Unternehmen leisten kann und will.

Bislang gab es KI-Lösungen also nicht als Standard-Ware, die man “fertig” kaufen und nutzen kann. Sie mussten – idealerweise zusammen mit AnwenderInnen – erst entwickelt werden. 

Dies ändert sich allerdings gerade. Denn mit ChatGPT ist plötzlich ein mächtiges KI-Tool für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings sind die immobilienwirtschaftlichen Daten, auf die ChatGPT derzeit zugreift, nicht besonders aktuell oder qualitativ hochwertig. Interessant wird es folglich erst dann, wenn der intelligente Chatbot, ChatGPT, mit externen Immobiliendatenbanken verknüpft wird.

Diesen Schritt ist das US-amerikanische Immobilienportal Zillow gegangen: Seit Mai 2023 bietet Zillow ein ChatGPT-Plugin an, mit dem man innerhalb der ChatGPT-Oberfläche nach Immobilienangeboten und -daten suchen kann. Bei der Suche greift ChatGPT auf die Immobiliendatenbank von Zillow zu.

Sein volles Potenzial kann der leistungsstarke Chatbot also im Moment erst im Zusammenspiel mit anderen Datenbanken bzw. KI-Lösungen entfalten. Auch muss natürlich der Datenschutz und die Datensicherheit bei der Nutzung von ChatCPT hinterfragt und mitbedacht werden. Doch trotz aller Bedenken und Begrenzungen: Mit ChatGPT ist KI in der breiten Masse angekommen, was auch die Immobilienwirtschaft nachhaltig verändern könnte.

2. Fragmentierte Branche

Eine fragmentierte Branchenlandschaft ist ein weiterer Grund dafür, dass KI-Lösungen in der Immobilienwirtschaft noch nicht flächendeckend im Einsatz sind. Denn in der Immo-Branche gibt es viele kleine, hoch spezialisierte Unternehmen, die unterschiedlichstes Datenmaterial generieren, das nur schwer miteinander zu vergleichen ist.

In der Folge hat sich in der Immobilienbranche ein einheitlicher Datenstandard bislang nicht durchgesetzt.

3. Schlechte Datenverfügbarkeit

Drittens werden längst nicht alle wichtigen Daten systematisch erfasst, obwohl der Digitalisierungsgrad der Immobilienbranche seit Jahren ansteigt. Dadurch sind zu bestimmten Fragestellungen keine Daten verfügbar. Schließlich benötigen wir qualitativ und quantitativ hochwertige Daten, um KI-Algorithmen zu entwickeln.

Solange also

  • keine Datenklarheit herrscht, 
  • es an Datenstandards fehlt 
  • und Prozesse nicht digital vorliegen,

kann sich das Potenzial von Künstlicher Intelligenz erst gar nicht entfalten. Schließlich benötigen wir qualitativ und quantitativ hochwertige Daten, um KI-Algorithmen zu entwickeln.

Gründe, warum nicht mit einer schnellen Disruption durch KI in der Immobilienwirtschaft zu rechnen ist,

Je souveräner die Immobilienwirtschaft mit ihrem Datenbestand umgeht, desto einfacher wird es, Geschäftsmodelle zu realisieren, die ausschließlich auf KI basieren oder ihre Kernidee KI verdanken. 

 

Denkbar wäre bspw. ein automatisiertes Asset- und Fondsmanagement, das ein Immobilienportfolio komplett mit Hilfe von KI-Technik steuert. 


Das disruptive Potenzial Künstlicher Intelligenz ist also unserer Einschätzung nach grundsätzlich sehr hoch. Damit die Vorteile der Technologie aber voll ausgeschöpft werden können, braucht es allerdings Investitionsbereitschaft, Datenstandards und Datenklarheit in der Branche.

Wie steht es also um das disruptive Potential durch KI in der Immobilienwirtschaft?

Künstliche Intelligenz bringt grundsätzlich ein sehr hohes, disruptives Potential für die Immobilienwirtschaft mit sich. Doch: Trotz der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten und des Hypes um ChatGPT, ist KI ist noch nicht weit genug vorangeschritten, um in Kürze unabhängig vom Menschen zu agieren bzw. Menschen ersetzen zu können.

Noch fehlt es Künstlicher Intelligenz in vielen Fällen an speziellem Branchen- und Erfahrungswissen, genauso wie am Wissen über bestimmte logische Zusammenhänge.

Um ChatGPT und andere KI-Anwendungen also sinnvoll zu nutzen, braucht es Immobilienexpertinnen und -experten mit einem breiten Kompetenzprofil (wie es bspw. bei BUILD Micro-Learning vermittelt wird) – und einem digitalen Mindset

Unserer Meinung nach ist mit einer Gefährdung von Immo-Arbeitsplätzen durch KI nicht zu rechnen. Vielmehr denken wir, dass durch KI neue Berufsbilder und Geschäftsmodelle entstehen werden, die wir uns heute noch gar nicht richtig vorstellen können.

Quellen:

https://investors.zillowgroup.com/investors/news-and-events/news/news-details/2023/Zillow-builds-ChatGPT-plugin-for-real-estate-searches/default.aspx

 

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