Neue Publikation: Wie Googeln die Aktienmärkte beeinflusst

Inwiefern beeinflusst das Google-Suchvolumen die Aktienmärkte?

Dieser Frage bin ich gemeinsam mit meinen Kollegen Prof. Dr. Rene Woltering von der EHL Lausanne sowie Alexander Schiller und Prof. Dr. Steffen Sebastian von der IREBS nachgegangen.

Die Studienergebnisse wurden im August 2022 im Journal of Property Research unter dem Titel “What determines the mean reversion speed of NAV spreads?” veröffentlicht.

Inhalt

Google als Indikator für die Aktienmärkte

Seit einigen Jahren untersuchen Studien verstärkt den Zusammenhang zwischen dem Google-Suchvolumen und Aktienmärkten.

So fand die Studie von Da et al. (2011) heraus, dass sich das Google-Suchvolumen eines bestimmten Unternehmensnamens gut zur Vorhersage von Aktienpreisen eignet. Wird eine Aktie also häufig gegoogelt, lassen sich bestimmte Rückschlüsse für den künftigen Aktienverlauf ziehen. 

Allerdings muss man hier zwei Investoren-Gruppen, die online nach Informationen suchen, unterscheiden: Einerseits private “Hobby”-Investoren, andererseits professionelle institutionelle Investoren wie Versicherungen und Banken.

Investoren suchen bei Google nach Infos zu den Aktienmärkten.

Privat-Investoren nutzen für die Recherche der Aktienmärkte verstärkt Google

Gerade die Privaten, in der Fachsprache “Noise-Trader”, verlassen sich mehr auf Stimmungen, Gefühle und Gerüchte oder nehmen als Informationsquelle Google, um sich zu bestimmten Aktien zu informieren. 

Dagegen haben Profis Zugang zu professionellen Info-Plattformen wie Bloomberg oder Reuters.

Um was geht es konkret in unserer Studie?

Genau dieses Verhalten untersuchen wir in unserer Studie “What determines the mean reversion speed of NAV spreads?”.

Konkret schauen wir uns im Zeitverlauf an, wie sich die einem börsengehandelten Immobilienunternehmen zugrundeliegenden Immobilienwerte und Börsenpreise abhängig vom Google-Suchvolumen entwickeln. 

Dabei finden wir heraus, dass häufiges Googeln eines Firmennamens oftmals ein Anzeichen für schlechte Nachrichten oder eine hohe Nachfrage durch private Investoren ist. 

Man spricht auch von einem schlechten Markt-Sentiment, also einer schlechten Stimmung. 

Googeln Privat-Investoren verstärkt nach Informationen zu bestimmten Aktien, dauert es länger, bis Marktübertreibungen ausgeglichen und Börsenkurse wieder zu ihrem Mittelwert zurückgekehrt sind.

D.h.: Je häufiger also eine Aktie gegoogelt wird, desto langsamer lösen sich bestimmte Marktübertreibungen auf.

Fazit

Bekanntlich spielt Psychologie an der Börse eine große Rolle. Das Online-Suchverhalten hilft dabei, Bedürfnisse von Investoren sichtbar zu machen. 

So machen Google Trends-Daten Verhaltens- und Denkweisen der Nutzer transparent. 

Die Erkenntnisse, die man daraus ziehen kann, sind ein guter Ausgangspunkt für die Geschäftsmodellentwicklung: So geben Google-Suchdaten beispielsweise Auskunft darüber, welche Kapitalanlageprodukte gerade gefragt sind. Oder auch dazu, welche Bedürfnisse – Sicherheit bzw. Rendite – bei den Investoren vorherrschen.

Sie möchten beim Thema Digitalisierung der Immobilienwirtschaft up-to-date bleiben?

BUILD Micro-Learning, das Intensiv-Programm für Digital Real Estate, bringt Klarheit in das Thema Digital Real Estate.

BUILD besteht aus rund 40 kurzen Lern-Videos, die leicht in den Alltag integriert werden können. Es erklärt die wichtigsten Buzzwords, beleuchtet Technologien und gibt Tools zur Gestaltung des digitalen Wandels in der Immobilienwirtschaft an die Hand.

Alles in verständlicher Sprache und auf den Punkt gebracht. Jetzt testen >>

Bildquellen: Pixabay

Digitalisierung endlich richtig verstehen?

Jetzt BUILD Micro-Learning kennenlernen – für alle, die von der Digitalisierung profitieren und den Erfolg nicht anderen überlassen wollen.

#Intensiv-Kursprogramm #Digital Real Estate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert