Blockchain oder die Digitalisierung des Vertrauens einfach erklärt

Blockchain einfach erkärt

Mittlerweile darf der Begriff “Blockchain” auf keiner Digitalisierungs-Konferenz, in keinem Impulsvortrag und in keiner Digitalstrategie mehr fehlen. 

Aber was steckt hinter dem Begriff und was hat die Immobilienwirtschaft damit zu tun?

Erfahren Sie, was es mit der “Digitalisierung des Vertrauens” auf sich hat und welche Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain derzeit besonders interessant sind.

Inhalt

Blockchain-Technologie kurz zusammengefasst

Die Blockchain wird als bahnbrechende Technologie gehypt. Denn mittels Blockchain ist es möglich, sämtliche 

  • vorstellbaren Werte, 
  • Rechte 
  • sowie Schuldverhältnisse an materiellen und immateriellen Gütern digital zu repräsentieren. 

Mehr noch: Die Blockchain ermöglicht sichere und nicht manipulierbare Transaktionen. 

Man spricht daher bei der Blockchain auch von der Digitalisierung des Vertrauens oder auch vom “Internet der Werte”.

Die Blockchain-Technologie wird auch als Internet der Werte bezeichnet.

Seit wann gibt es die Blockchain-Technologie?

Die ersten Konzepte der Blockchain-Technologie tauchten in den 1980ern und 90ern auf.

Allerdings dauerte es bis 2008, dass die Blockchain massentauglich wurde. 

Für den Durchbruch sorgte Satoshi Nakamoto mit der Digitalwährung Bitcoin, die auf der Blockchain basiert. Nakamoto ist eine Persona, eine digitale Identität. Bis heute ist nicht bekannt, wer und wie viele Menschen sich dahinter verbergen.

Ende 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto in einem Whitepaper sein Konzept eines “Peer-to-Peer Electronic Cash Systems”. Die Idee dahinter: Menschen schließen sich mit ihren Computern zu einem Netzwerk zusammen und tauschen darüber Geldwerte rein digital untereinander aus.
 
Aber lassen Sie uns zunächst die Funktionsweise der Blockchain genauer beleuchten.

Wie funktioniert die Blockchain-Technologie?

Um das Prinzip der Blockchain zu verstehen, müssen wir uns zunächst mit dem Unterschied von zentralen und dezentralen Netzwerken vertraut machen.

Zentrale Netzwerke

In einem zentralen Netzwerk nimmt ein zentraler Dienstleister wie beispielsweise eine Plattform, ein Cloud-Anbieter oder auch eine Bank die zentrale Vermittler- und Vertrauensfunktion ein. 

Man spricht auch von Client-Server-Modellen oder von einer Netzwerkmonarchie.

Denn im Zentrum steht das Vertrauen, das diesem Dienstleister entgegengebracht wird. 

Das Vertrauen fußt dabei auf Reputation und Erfahrung, vertraglichen Verpflichtungen aber auch darauf, dass das Gesetz die Mitwirkung einer zentralen Instanz für bestimmte Transaktionen vorschreibt. Denken Sie beispielsweise an Notare, die in Deutschland den Grundstückskaufvertrag beurkunden müssen.

Auch spielt unsere Bequemlichkeit und der Wunsch nach Komfort eine Rolle. Beispielsweise vertrauen wir einer Bank unser Geld an, wobei wir ihr den Aufwand für den Zahlungsverkehr überlassen.

Dezentrale Netzwerke

Das Gegenteil des zentralen Netzwerks ist das dezentrale Netzwerk. Hier wird die beschriebene Vermittlerfunktion aufgehoben

Die Verbindung der Teilnehmer und deren Transaktionen erfolgen direkt zueinander, ohne Mittelinstanz. Dezentrale Netzwerke werden daher auch Peer-to-Peer- (P2P) Netzwerke genannt. Das steht für Nutzer zu Nutzer. 

Man spricht deshalb bei dezentralen Netzwerken auch von Netzwerkdemokratie. Eine Geldtransaktion, oder der Verkauf eines Produkts, erfolgen hierbei direkt zwischen den “Endkunden”, ohne Einschaltung eines Vermittlers oder einer Plattform. 

Das hat den Vorteil, dass man sich die zentrale Instanz und damit z.B. Abhängigkeiten, Kosten und Zeit, spart. 

Jedoch hat es auch den entscheidenden Nachteil, dass es ein hohes Maß an Vertrauen braucht, damit nicht Einzelne das dezentrale Netzwerk missbrauchen. Es bedarf einer  Vertrauensfunktion und eines Mechanismus, um die Übereinstimmung aller Teilnehmer herzustellen. Man spricht hier vom Konsensmechanismus, um diese Vertrauensfunktion im dezentralen Peer-Netzwerk optimal herzustellen.

Hier kommt die Blockchain ins Spiel.

Mit der Blockchain wird das Vertrauen durch einen sogenannten kryptografischen Proof ermöglicht. Das kann mit “verschlüsselten Beweis oder Nachweis” übersetzt werden. Und genau dieses Prinzip geht auf den oder die Erfinder des Bitcoin-Protokolls Satoshi Nakamoto aus dem Jahr 2008 zurück.  

Schauen wir uns das genauer an.

Wie ist eine Blockchain aufgebaut?

Stellen Sie sich die Blockchain als eine Kette von Blöcken vor. 

Jeder Block enthält drei Elemente:

  1.  Daten, wie z.B. Besitzverhältnisse oder Vereinbarungen
  2. einen digitalen Fingerabdruck, einen sogenannten Hash mit einer nicht umkehrbaren Verschlüsselungsfunktion sowie
  3. den Hash vom vorherigen Block.

Wie werden neue Blöcke einer Blockchain validiert und generiert?

Soll ein neuer Block mit neuen Daten an die Kette angefügt werden, prüfen sog. Miner, ob die Daten des neuen Blocks stimmen. 

Dazu muss in einer Art Rechenrätsel eine passende Zufallszahl, die sog. Nonce (“Number used Once”), ermittelt werden. Die Miner berechnen permanent Kombinationen, bis sie die richtige Nonce (Zufallszahl) finden. Das heißt, die Lösung für den richtigen Schlüssel wird nach dem Zufallsprinzip gesucht. 

Dieses Konsensverfahren ersetzt die Vertrauensfunktion einer früheren zentralen Instanz, wie einer Bank, eines Notars usw.

Proof of Work

Das in der Praxis gängige Konsensverfahren ist das “Proof of Work” (übersetzt “Arbeitsnachweis”). 

Das Besondere am Proof of Work ist, dass diese Form der Ermittlung von vielen verschiedenen Minern gleichzeitig erfolgt. Der erste Miner, der die passende Zufallszahl ermittelt, wird dann auch entsprechend belohnt. Zum Beispiel mit Bitcoins. 

Das Konsensverfahren ist jedoch extrem aufwendig und braucht viel Rechenleistung und Energie. Der Proof of Work ist jedoch wichtig, um vor Manipulationen zu schützen und die Vertrauensfunktion zu gewährleisten. Außerdem verifizieren alle Nutzer der Blockchain den empfangenen Block nach den festgelegten Regeln und fügen diesen der Kette hinzu.

Ein zusätzlicher Vorteil ist die Manipulationssicherheit: Die Blockchain-Technologie listet alle Transaktionen auf, die jemals im System durchgeführt wurden. Die Liste der Blöcke bildet somit eine Kette. Und jeder Block erhält eine Referenz zum vorherigen Block und damit eine geordnete Folge von Blöcken. Daher kommt übrigens auch der Name Blockchain (Blockkette).

Bitcoin und Ethereum

Die beiden etabliertesten Blockchain-Standards sind Bitcoin und Ethereum. Besonders Ethereum ist die Grundlage für viele weitere Anwendungen.

Eine energiefreundliche Alternative zu Proof of Work ist übrigens Proof of Stake, das nicht auf dem Rechenaufwand für das Lösen des Rechenrätsels, sondern auf dem Anteil an digitalen Münzen basiert.

Anwendungsbeispiele für die Blockchain-Technologie

Das bekannteste Beispiel für eine Blockchain-Anwendung ist der Bitcoin.

Bitcoin war letztlich die sogenannte “Killerapplikation” für die Blockchain. Eine Killerapplikation ist eine Anwendung, die einer Technologie zum Durchbruch verhilft.  Man kann sogar sagen, dass die Blockchain-Technologie, wie wir sie heute kennen, durch Bitcoin und das Satoshi Nakamoto Bitcoin-Whitepaper maßgeblich geprägt wurde.

Aber die Blockchain ist nicht nur Bitcoin.

So gibt es unzählige weitere Anwendungsfälle für die Blockchain-Technologie in sämtlichen Branchen und Bereichen, z.B.

  • zur Nachverfolgung des eindeutigen Wertebesitzes, z.B. bei Immobilien
  • für Non-fungible Tokens (NFTs), also nicht ersetzbare, digital geschützte Objekte wie digitale Kunstwerke 
  • für automatisierte Verträge und Smart Contracts 
  • zur Stimmabgaben bei Wahlen
  • für dezentrale Datenspeicher oder Datenverarbeitung
  • zum Versand von Nachrichten über dezentrale Netzwerke
6 Beispiele für die Anwendung der Blockchain-Technologie.

Fazit

Die Blockchain ist eine Möglichkeit, eine dezentrale Vertrauens-Infrastruktur für verschiedene Anwendungen und Probleme zu programmieren. Die Blockchain-Technologie bildet damit die Basis für viele digitale Produkte und Anwendungen

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Startups gegründet, die die Blockchain als Lösung für verschiedene Kundenprobleme anbieten. Dabei wird entweder eine bestehende Blockchain genutzt (z. B. Bitcoin oder Ethereum) oder eine eigene Blockchain entwickelt. 

Aber auch etablierte Unternehmen wie z.B. IBM, Samsung, SAP oder Microsoft arbeiten längst mit der Blockchain-Technologie und starten neue Projekte.

Sie möchten beim Thema Digitalisierung der Immobilienwirtschaft up-to-date bleiben?

BUILD Micro-Learning, das Intensiv-Programm für Digital Real Estate, bringt Klarheit in das Thema Digital Real Estate.

BUILD besteht aus rund 40 kurzen Lern-Videos, die leicht in den Alltag integriert werden können. Es erklärt die wichtigsten Buzzwords, beleuchtet Technologien und gibt Tools zur Gestaltung des digitalen Wandels in der Immobilienwirtschaft an die Hand.

Alles in verständlicher Sprache und auf den Punkt gebracht. Jetzt testen >>

Quellen:

FIBREE (2022): Blockchain & Real Estate. Abgerufen am 04.10.22 unter https://fibree.org/industry-report/.

Meinel, C., Gayvoronskaya, T. (2020): Blockchain: Hype oder Innovation? Springer Verlag.

Berentsen, A., Markheim, M. (2021): Real Estate trifft auf Blockchain: Chancen und Herausforderungen der Tokenisierung von illiquiden Vermögenswerten. Zeitschrift für Immobilienökonomie, 7(1), S. 59-80.

Digitalisierung endlich richtig verstehen?

Jetzt BUILD Micro-Learning kennenlernen – für alle, die von der Digitalisierung profitieren und den Erfolg nicht anderen überlassen wollen.

#Intensiv-Kursprogramm #Digital Real Estate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert